Innovationskultur

Politik in Deutschland: Jetzt mehr Anerkennung, mehr verstehen und mehr „nicht einverstanden sein“

Die AfD hat Zulauf, Trump ist Präsident der USA und Deutschland ist ratlos. Damit hatten wir nicht gerechnet. 2017  haben wir Bundestagswahlen und die einen ahnen schon, was da kommen könnte, andere hoffen.

Ein Rückblick: In den letzten Jahren gehört es in Deutschland zum guten Ton auf die Politiker*innen zu schimpfen, da liegt man immer auf der richtigen Seite und findet auf jeden Fall Gleichgesinnte. Politiker*innen sind entweder dumm, korrupt und wissen in der Regel nicht was sie tun. Wir, also die, die über diese Gruppe schimpft, wissen, wie man es besser machen könnte. Ist doch klar. Das ist die Wahrheit.

Wir sind uns also seit vielen Jahren einig, wer Schuld an allem ist. Und jetzt taucht da eine AfD oder ein Trump auf und der/ die sagt das gleiche. Und auf unserer Seite sind Menschen die denken, jetzt sagt es endlich mal einer laut und wehrt sich. Da will einer etwas ändern, was schon viele seit Jahren bemängeln, super!

Diese Menschen an unserer Seite kennen wir. Sie sind im Verwandten-, Freundeskreis und auf der Arbeit zu finden und auch wir haben sie jahrelang mit unserer „Wahrheit über die korrupten Politiker“ gefüttert. Wir kennen sie. Es ist nicht der anonyme Mob, es sind Menschen die uns nahe stehen.

Wenn ich bei Freunden und Kollegen erzähle, dass ich die Politik unserer Regierung ziemlich gut finde, ernte ich Unverständnis. Ich finde es im Großen und Ganzen gut, dass wir Themen wie Energiewende habe und Industrie 4.0 vorantreiben. Ich finde unsere Europapolitik wichtig und richtig und auch unsere Sozialpolitik. Und ja, ich meckere auch über das eine oder andere, weil es immer besser geht. Aber ich bin mit der Arbeit von Frau Merkel sehr zufrieden, und mit der von Heiko Mass und von Frau Schwesig, um einige zu nennen. Als ich das kürzlich beim Essen sagte, kamen meiner Kollegin Tränen in die Augen. Sie sagte, dass es das erste mal wäre, dass jemand das sagte. Und sie würde die Arbeit von Frau Merkel auch sehr schätzen.

Muss man sich in Deutschland dafür schämen, wenn man Politik gut findet? Sollten wir nicht mehr Anerkennen, von dem was geleistet wird? Ohne in eine Schublade gesteckt zu werden, wie; du bist jetzt CDU oder SPD nah? Nein, ich bin nah für gute Politik und Handeln, dem ich vertraue, auch wenn ich manches nicht verstehen kann, weil ich nicht so im Thema bin.

Ich möchte in der Zeitung mehr lesen, dass man die Menschen versteht, die Ängste haben und sich nach Sicherheit sehnen. Und ich möchte auch lesen, dass wir alle versuchen an der Sicherheit zu arbeiten, dass wir aber gegen Rassismus und Diskriminierung sind. Das wir eine Diskussionskultur des Zuhörens entwickeln und des Positionierens ohne den anderen anzugreifen. Und wir müssen uns damit auseinander setzen, wo wir heute Grenzen setzen müssen, ohne gleich in die rechte Ecke geschoben zuwenden.

Wir brauchen also Medien, die auf die Gefühle eingehen und verstehen. Doch verstehen heißt nicht, einverstanden sein. Wir brauchen Medien, die auf der Grundlage von Demokratie und Menschenrechten mit gewaltfreier Kommunikation Grenzen setzen. Wir brauchen mehr Anerkennung von dem, was geleistet wird, mehr verstehen was die Menschen bewegt und mehr Grenzen, wo wir nicht damit einverstanden sind.

Ich werde das mehr versuchen. Mit meinen Freunden, Verwandten und mit Arbeitskollegen.

politik1

Kategorien:Innovationskultur

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THX :)

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