Ich bin Ethikerin, Moderatorin und Beraterin. Kritisches Denken und plurale Perspektiven sind mein Handwerk. Deshalb ein paar Sätze, die ich lange vor mir hergeschoben habe.
Über Steuern, Migration, Energie- oder Wirtschaftspolitik kann und muss gestritten werden. Dafür moderiere ich seit Jahren – Streit ist der Normalzustand einer Demokratie, nicht ihr Problem.
Aber es gibt eine Grenze. Und die liegt nicht zwischen links, der Mitte und rechts. Sie liegt dort, wo die Spielregeln selbst angegriffen werden: die Unabhängigkeit der Gerichte, die Freiheit von Presse und Wissenschaft, der Schutz derer, die in Behörden und Institutionen für uns alle arbeiten, die gleiche Würde aller Menschen.
Wer das infrage stellt, streitet nicht mehr über Politik. Er streitet gegen die Grundlage, auf der wir überhaupt streiten können.
Als Moderatorin wird von mir Neutralität erwartet. Zu Recht – gegenüber Positionen, Interessen, Parteien. Aber Neutralität gegenüber den demokratischen Grundwerten selbst ist keine professionelle Haltung. Sie überlässt das Feld denen, die diese Werte angreifen.
Vielleicht kostet mich dieser Post Reichweite oder Aufträge. Die wichtigere Frage ist für mich eine andere: Was kostet es eine Gesellschaft, wenn immer mehr Menschen aus Angst vor Gegenwind schweigen?

Categories: Allgemein




































